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ABC - Europa mit karibischem Zauber
Die drei Inseln der niederländischen Antillen A(ruba), B(onaire) und C(uracao) bilden eine kleine, aber verträumte Inselgruppe etwa 80 km nördlich von Venezuela. Obwohl inmitten der Karibik gelegen, gehören Aruba, Bonaire und Curacao, bedingt durch die Anbindung an die Niederlande, völkerrechtlich gesehen, noch zu Europa. Die europäischen Einflüsse sind nicht zu übersehen. Die Baustile und die Geschäftigkeit ist europäisch und mutet für die Karibik eher fremd an. Viele Europäer haben sich auf den drei Inseln niedergelassen - oder sind einfach dort "hängengeblieben". Wer einmal dort war, vermag dies gedanklich nachzuvollziehen.
Die Inseln leben hauptsächlich vom Tourismus. Curacao selbst wurde durch den gleichnamigen Likör, der übrigens wirklich von der Insel stammt, in aller Welt bekannt. Zusätzliche Bekanntheit erlangte das Eiland durch den Tauchpionier Hans Hass, der seine bekannten Exkursionen "Unter Haien" auch von hier aus unternahm und einige Zeit auf der Insel verbrachte.
Doch widmen wir uns heute einmal hauptsächlich der östlichsten dieser drei Inseln, Bonaire . Land und Leute haben eine sehr wechselvolle Vergangenheit hinter sich. In den vergangenen Jahrhunderten wurden sie eigentlich permanent von allen namhaften Seenationen mal erobert und wieder verloren. Letztlich haben sich die Niederlande am Ende durchgesetzt, zu deren Königreich die Insel heute noch zählt. Jedoch mit eigener Verwaltung. Der Gouverneur ist traditionell ein Einheimischer. Lediglich die Verwaltung etwaiger Streitkräfte ist hoheitliche Aufgabe der Niederlande. Aber keine Angst, Bonaire ist absolut friedlich.
Ausflüge in die Vergangenheit
Bei Ausflügen zeigt sich Bonaire von ganz verschiedenen Seiten. Im Süden schillern Salzseen in dem typischen pink. Die Salzgewinnung auf Bonaire hat hingegen eine lange "Tradition". Generationen von Sklaven wurden bis ins Jahr 1863 zu dieser Tätigkeit „zwangsverpflichtet“. Sklavenhütten zeugen noch heute von dieser Zeit. Aus Stein gebaut, lassen es sich manche Touristen nicht nehmen, auch heute noch eine Nacht in den Sklavenhütten zu verbringen. Ein ungewöhnliches - aber interessantes Erlebnis. Die Salz- gewinnung ist auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor auf Bonaire.
Direkt neben den Sklavenhütten stehen farbige Obelisken, die vormals als Orientierungspunkt für anlandende Salzschiffe dienten. Heute dienen sie hauptsächlich als eindrucksvolles Fotomotiv.
Neben dem Tourismus und der Salzgewinnung gibt es noch eine riesige Rohöl-Verladestation, die von grossen Tankern angelaufen wird. Von dort wird das Rohöl auf kleinere Tanker verladen, die hauptsächlich die USA anlaufen. Das Meer hat von dieser Tätigkeit - glücklicherweise - bislang keinen Schaden davongetragen.
Divers Paradise
Den eigentlichen Zauber erfährt der Tourist jedoch unter Wasser. Seit 1979 wurde von der Regierung in Bonaire die gesamte Riffstruktur bis in eine Tiefe von 60 Metern (die Grenze für Sporttaucher sollte die 40 Metermarke natürlich nicht überschreiten) unter Naturschutz gestellt. Treibende Kraft war der Urvater des Tauchtourismus auf Bonaire, Capt. Don Stewart. Durch diese Massnahme und durch eine ökologisch verträgliche Umweltpolitik, hat Bonaire dem Taucher ein Paradies unter Wasser erhalten, das seinesgleichen in der Welt sucht. Nicht umsonst zählt man die ABC-Inseln zu den drei schönsten Tauchgebieten unseres Planeten. Das Land hat sich darauf vorzüglich eingestellt. Seit langem schon werden keine Anker mehr auf die Riffe geworfen. Jede der knapp 90 offiziell ausgewiesenen Tauchplätze sind mit Bojen markiert, an denen (jeweils nur mit einen Boot) geankert wird. Ist an dem angestrebten Tauchplatz bereits ein Boot mit Tauchern vorhanden, fährt man einfach weiter. Die Besonderheit an den Tauchplätzen von Bonaire ist deren Individualität. Der erfahrene Taucher mietet sich ein Fahrzeug und betreibt richtiges "unlimited shore-diving". Fast alle Plätze sind mit dem Auto erreichbar, Klein-Bonaire, eine kleine, vorgelagerte Insel natürlich ausgenommen. Bedingt durch den Riffaufbau sind ein- bis zweihundert Meter "schnorchelnd" zurückzulegen, bevor man in die faszinierende Unterwasserwelt eindringt. Bei dem im allgemeinen ruhigen Wellengang auch für den Ungeübten oder Tauchanfänger kein Problem.
Windsurfen vom Feinsten
Auch für Windsurfer bietet Bonaire Besonderes. Die geschützte Lagune von Lac Bay auf der Südseite der Insel ist für Winsurf-Freaks bestens geeignet. Die Windstärke liegt zuverlässig zwischen 15 und 25 Knoten.
Tages-Safaris durch den Nationalpark
Der Washington Slagbaai Nationalpark erstreckt sich mit ca. 60 qkm über den gesamten Nordteil der Insel. Die Ein-Tages-Safaris, die von verschiedenen Anbietern geleitet werden, führen auf eine Entdeckungsreise durch die unzerstörte tropische Tier- und Pflanzenwelt. Es gibt windgeformte Divi-Divi-Bäume zu sehen, eine Unzahl von verschiedenen Kakteenarten sowie Mangrovenwälder. Für Vogelfreunde ist anzumerken, dass auf Bonaire über 190 Vogelarten leben.
Bonaire zählt weltweit zu den wenigen noch vorhandenen Brutstätten der Flamingos. Im Süden wurde hierfür extra ein Reservat geschaffen. Während der Brutzeit finden sich hier bis zu 10.000 Flamingos ein - die grösste Flamingokolonie der Karibik. Es gibt Leute die behaupten, in Bonaire zählten die Flamingos mehr Köpfe als die menschlichen Einwohner. Insgesamt darf man auf Bonaire jedoch keine typische tropische Karibikinsel erwarten. Palmen gibt es hauptsächlich in den Appartement- oder Hotelanlagen. Bedingt durch das aride Klima (mehr Verdunstung als Niederschlag) herrscht eine immerwährende Wasserknappheit für Flora und Fauna. Große Teile der Insel gleichen einer Steppe. Die dadurch entstandene Wüstenlandschaft mit haushohen Kakteen, weissen Salzpfannen, Leguanen und Flamingos ist von beeindruckender Schönheit.
Wer die Insel einmal nicht als Taucher erleben will, hat jede Menge Möglichkeiten dazu. Mit dem Jeep, dem Fahrrad oder dem Kayak erreicht man viele interessante Ecken. Einen faszinierenden Blick über Bonaire hat man vom Brandaris, dem höchsten ”Berg” der Insel. Höhlen und Grotten laden ebenfalls zum Entdecken ein.
Bon bini na Bonaire und eine perfekte Erreichbarkeit
Mit diesem Leitspruch wird der Besucher am Flamingo-Airport in Kralendijk begrüsst. Aus Europa kommend, fliegt man am besten mit der KLM (ab Amsterdam) auf dem Direktflug nach Kralendijk (Korallendeich), der Hauptstadt der Insel. Die KLM fliegt mittlerweile zweimal täglich die Insel – im Stopover nach Ecuador und Peru - an.
 Man wohnt in wunderschönen Appartement-Anlagen, privaten Ferienhäusern oder in Hotelanlagen, die jedoch allesamt keine Betonbunker darstellen sondern maximal in einer zweigeschossigen Bauweise erstellt wurden und sich verträglich in das Gesamtbild der Insel einpassen.
Die Amtssprache ist holländisch. Jedoch wird englisch überall auf der Insel gesprochen und verstanden, was daran liegt, dass die Amerikaner den grössten Teil der Besucher darstellen. Die Einheimischen sprechen Papiamento, eine Sprache, die in sehr kurzer Zeit zu erlernen ist. Das Trinkwasser gilt als eines der besten in der Karibik. Es wird in der grossen MeerwasserEntsalzungsanlage gefiltert und kann bedenkenlos getrunken werden.
Übrigens, auch das meistgetrunkene Bier auf Bonaire (Amstel) wurde bis Ende 2005 auf der Nachbarinsel Curacao direkt aus destilliertem Meerwasser gebraut.
Vielleicht konnten wir euch ja ein wenig Lust auf Bonaire wecken und wir sehen uns 'mal auf Bonaire. Wir würden uns freuen. In diesem Sinne:
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